.samstag.08-19

musenknutsch.eröffnung

nachdem die letzten Handgriffe erledigt waren, die beteiligten ein letztes mal auf das gute gelingen der Kulturwoche angestossen hatten und die ersten Besucherinnen und Besucher schon das Ambiente bestaunten, konnte er beginnen, der "Musenknutsch".

Die Musen (Foto: A. Trieschmann)

.die_musen

Begrüßt wurden die Gäste selbstverständlich von den Musen - mit einem Knutsch - auf ein kleines Kärtchen (als Andenken) oder auch mal auf die Wange. Nach dem obligatorischen Gläschen Sekt, das ja bei keiner Vernissage fehlen darf, trommelten, klingelten und rasselten die Musen das werte Auditorium vor der Bühne zusammen - für den nächsten Akt ...

Die Eröffnungsrede (Foto: A. Trieschmann)

.die_eröffnungsrede

Von der Terrasse des kulinarischen Waggons aus oder vor der Bühne stehend oder sitzend konnte man den Worten der von Musen umringten Eröffnungsrednerin Elisabeth Krimmel - ihr sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt - lauschen. Worten, die nicht nur einen Überblick über die "ausgestellten Verhältnisse" verschafften, sondern den auf einem doch eher unbekannten Areal befindlichen Gästen auch eine kleine Einführung in das zu sehende und zu erlebende gaben.

Das Konzert (Foto: A. Trieschmann)

.das_konzert

Nachdem das Problem "Land unter" infolge der Unentschlossenheit der Witterung notdürftig behoben war, bestritten den abschließenden Höhepunkt des Eröffnungstags auf musikalischem Wege "Friendly Fire" und "Feld" - auch ihnen an dieser Stelle noch eine dickes Dankeschön. Apropos Dankeschön! Ein Dank natürlich auch an das Publikum, das sich nicht einmal durch die periodisch wiederkehrenden Unzulänglichkeiten der Elektrizität - vermutlich witterungsbedingte Kriechströme - vom Spass haben abbringen ließ. Und wo ich schon beim Dankeschöns verteilen bin, bekommen natürlich diejenigen, die den Kampf gegen besagte Unzulänglichkeiten nicht aufgaben und das weitergehen des Konzerts ermöglichten auch eins ab; genauso natürlich alle anderen, die daran beteiligt waren - und noch sind -, dass der "musenknutsch" zum "Musenknutsch" wurde.

.sonntag.08-20

musenknutsch.familientag

Bronzegießen (Foto: A. Trieschmann)

.der_morgen

Wind saust unter den aufgespannten Planen durch, wirbelt durch die Blätter, spielt mit Kuchenkrümeln, die sich auf den Tischen sonnen. Die bronzegießer mummeln sich in schutzkleidung, Hände verstecken sich in Lederhandschuhen, Glut beißt in die Augen. Zinnteller vom Flohmarkt wechseln bei tausend Grad ihre Statur, fließen in Formen, die neugierige Hände modellieren. Paare flanieren auf dem Weg, der Regen hat die rote und blaue Sandspur ausgewaschenWasserspritzgewehr (Foto: A. Trieschmann) Kinder fremdeln mit großen Augen, versinken gleich mit den Händen im Maltopf, mit den Augen in ihren Bildern, die sie auf Stein, Holz, Papier wachsen lassen. Kurze Rambos wässern aus futuristischen Geschossen, was ihnen in den Weg kommt.

Nackte Sohlen fühlen den Boden ab, wanken über Sägespäne, Schotter und Sand, suhlen sich im Matsch oder tippen scheu hinein. Manche fühlen vierbeinig.

Kinderhände (Foto: kayafoto)

.Kinderklamauk

Familientag auf dem Musenknutsch, Kurze und Lange spazieren aufmerksam durch die Ausstellung, gruppieren sich um den Lehmofen, an dem die Bronzegießer hantieren. (Bronezgießen) Dazu gurgeln Gedichte aus den Lautsprechern, die von Impressionen auf dem Wagenplatz erzählen. Kinder pinseln, hämmern, streichen, manschen mit ihren Händen in Leim, der Workshop Papierschöpfen ist umstellt.

Bronzegießen (Foto: A. Trieschmann)

.der_abend

Gold legt sich auf die Gesichter, die die Glut bannt. Der Blasebalg pulsiert einen monotonen Choral in schläfrigem Herzschlag, Funken sprühen, schweben lautlos,verglühen im Dämmerschummer, die schwarze Watte am Himmel reißt ein letzter Lichtstreif in Fetzen, ein Akkordeon wiegt sich nach der eigenen Melodie, blonde Locken wippen im Rhythmus, dreimaldrei macht sechs, widewidewitt, Lächeln kursiert, Kinder und Spielzeugbuggies quietschen über den Weg, ein Mann jagt den Blondschopf, der sich immer wieder feixend nach ihm umschaut und auf kurzen Beinen ins hüfthohe Gras davonwackelt. Zangen fahren in die Glut, der Schein auf den Gesichtern wird matter, solange die Zangen das Gusstöpfchen greifen. Gelbe Sonnenblumen schwanken vor einer rot gestrichenen Bretterwand, nicken zu den Fensterhöhlen hin, wünschen gute Nacht.

.montag.08-21

musenknutsch.dritter_tag

Workshop Holzschnitt (Foto: A. Trieschmann)

.workshop.holzschnitt

Der dritte Tag auf dem "musenknutsch" ...
Es ist Zeit für den Workshop Holzschnitt - erste Runde. Ein eifriger Trupp Schnitzender und Druckender besiedelt das kleine Zelt und arbeitet an seinen Kunstwerken - kaum Zeit für eine Pause.
Oder doch ...

Kulinarischer Waggon (Foto: A. Trieschmann)

.der_kulinarische_waggon

... natürlich, eine Pause muss sein. Und dafür bietet sich der "Kulinarische Waggon" bestens an. Ob Kaffe, Tee und Kuchen, eine kleine Plauderei oder ein exzellentes Drei-Gänge-Menu zum Abendessen, er ist täglich ab 16.00h geöffnet und erwartet seine Gäste. Besonders gelungen ist übrigens auch die Salatbar, an der Hungrige ihre eigenen Salatkompositionen kreieren können.

Bronzeobjekt (Foto: A. Trieschmann)

.workshop.bronzegießen

Das Bronzegießen ging am heutigen Tag in die letzte Runde - Endspurt. Unermüdlich wurde weiter geschmolzen, geschürt, geblasen und gegossen. Inzwischen hatte sich auch ein recht umfangreiches Arsenal an Schmuckstücken, Dolchen und Gebrauchsgegenständen - aus eigenem Guss, versteht sich - angehäuft.

Übrigens, wen das Thema "Bronzegießen" interessiert, findet auf der Webseite der Bronzegießer (http://www.werkburg.de) noch viele weitere Informationen.

.dienstag.08-22

musenknutsch.der_dienstag

Musiker-Session (Foto: R. Prell)

schmutzige watte hing über den bauwagen, als der tag sich aus dem dämmer schälte. Spät kam der in die gänge, ebenso ganz klabauta und der musenknutsch. Der abend vorher, der in eine fast spontane musikersession hineintröpfelte und heute morgen augenringe machte, saß noch in den knochen. Nachbarn, wagenplatzbewohner und freunde (sogar aus spanien) tirilierten zusammen für ein eher intimes grüppchen, das die veranda des kulinarischen waggons bevolkte.

.Kaffee_vor_Sprühfarbe

Nach stärkenden kaffees am morgen wurde der workshop Schablonen-graffiti am nachmittag begeistert von kindern umtummelt, später zierten kleine grüne monster mit roten zähnen und puffende bauwagenumrisse fassaden und pullover.

Lichteffekt (Foto: A. Trieschmann)

.Kunst_am_Scheideweg

Kuchengäste suchten währenddessen nach sonnigen sitzplätzen oder schlürften stadtbesten milchkaffe auf der holzveranda, offengesichtige und vorsichtige besucher schlenderten durch die ausstellung, die privates und öffentliches zu einem bunten gewusel der farben und formen verschmilzt und die grenzen undeutlich macht. Das ist gerade der reiz, sagen die einen. Das ist auch verwirrend, sagen die anderen. Gut so.

Kulinarischer Waggon (Foto: A. Trieschmann)

.Kulinarik_am_Abheben

Um sieben zur musenknutsch-abendessenszeit wummerte der kulinarische waggon von tritten, raufs und runters und stimmen, die essen bestellten, anderen, die das bestellte weitergaben oder gefüllte teller entgegennahmen, gedrängel am tresen, rotgesichtige kochfeen, die zum soundsovielten mal den musenknutsch mit ungehörigen leckereien fütterten. Ein trullaladankeschön euch! Und den schnipplerinnen und spülerinnen und allen, die abends platte füße haben!

Kurzfilmvorführung (Foto: A. Trieschmann)

.Kurzfilme_im_mix

Und mit dem abendschmaus kamen die kinogäste. Kurzfilme am band, politische, humorige, putzige prustige, intelligente kurze filme, längere dazwischen. einige zeigten, dass es anderswo in deutschland ganz anders aussieht mit bauwagenplätzen als bei uns auf dem kuschligen musenknutsch. Dass menschen zu kriminellen gestempelt werden, weil sie auf rädern wohnen wollen. Dass sie aus ihren behausungen und zuhausen vertrieben und im winterkalten ausgesetzt werden. Dass sie prozesse an den hals bekommen, obwohl sie nichts anderes suchen als ein zuhause, wo sie akzeptiert und in ihrer art zu leben sein gelassen werden. Es jagt gänsehäute über die schulter, wie mit menschen umgesprungen wird, die sich im normmaß eingezwängt fühlen und eigene wege für sich suchen. Hat wohl damit zu tun, dass wagenleuten das image des assozialen anhaftet, des potenziell bösen unbekannten, das man meidet, statt es kennen und verstehen zu lernen. Dabei könnte das leben so viel freundlicher sein, wenn man mal mit einem gemeinsamen kaffee anfängt...

.mittwoch.08-23

musenknutsch.halbzeit

Papierschöpfen (Foto: A. Trieschmann)

sonnenmusenmorgen

ein vages hinausfühlen: ja, es ist wirklich die sonne. Sie geizt nicht mehr sondern schüttet sich schon morgens über dem wagenplatz aus. Ein geeigneter motor für müde musenknutschler. Und die hoffnung auf einen knisternden tag, ohne querulant regenguss, dafür mit sitzen im gras, mit hochgekrempelten hosenbeinen und blinzelnden augen. An den pressspanplatten im rotzipfligen zelt der holzworkshoplerInnen raspeln früh die messer, stunden später flattern geschwärzte drucke an der leine. Auch im leim gerührt haben hände, papierfetzen zermanscht und zu neuem papier verwandelt. Wies geht? Weiß nich - wers wissen will, kann ja mitmachen. Ein sträußchen kalifornischen mohn für alle workshopleiterInnen, die sich so mächtig ins material werfen und zu einem tummligen herzstück des musenknutschs geworden sind. Und dem fotografen und webmaster, der am laufenden meter den laptop füttert und die linse und das allen zugänglich macht. Was alle fotografInnen zusammen in den bereits im entstehen befindlichen Dokumentations-Schinken werfen werden, wird eine überraschung, die erst nach dem musenknutsch vollendet werden wird.

Kulinarischer Waggon (Foto: A. Trieschmann)

Ein hurra

die kulinarik hat sich heute selbst übertroffen, und weil es so lecker war, das menü in kürze:

  • kürbiscreme-suppe mit crutons
  • tomatencurry auf reis mit gebrannten nüssen
  • frischesalatbar
  • frisch zermalmter pfirsich- oder birnenapfelmus auf vanillepudding

wer nicht da war, hatte ein mäßigeres abendessen. Der kleinen lotta schmeckts auch ziemlich oft.

Fabienne (Foto: A. Trieschmann)

Lichter- und saitenspiel hüllten den abend am kulinarischen waggon in etwas warmes ein, vorwiegend gelb und streifenweise blau, pünktchenlichter auf den tischen, an denen sich besucher aneinander engen. Geige und gitarre miteinander im dialog, fabienne als musikalische gäste, ein wohltuendes gespann.

Improtheater (Foto: A. Trieschmann)

Kontrastreich und belebend die improtheater-spielchen, die die zuschauer aus der konsumentenrolle scheucht, indem sie auf die regie des publikums komödiant reagiert. Lichter säumen den weg, schlängeln sich in rötlichen kreisen am boden entlang, vorbei an den aus dem dunkel aufsteigenden geräuschen der klanginstallationen, den raunenden gedichten, die von zikaden begleitet werden. Die sonne ist schlafen gegangen. Sie hat den ganzen tag gesonnt.

.donnerstag.08-24

musenknutsch.auch_am_donnerstag

Wolken und Gedicht (Foto: A. Trieschmann)

ein morgen wie ein tag

launisch fläzten sich am morgen wolken über den himmel, bis der wind sie auseinandertrieb. Darunter kam blau zum vorschein, über das sekunden später wollige schäflein trieben. Umtriebige witterung, und das ging den ganzen tag so hin und her, einen guss eingeschlossen, der aber schon niemanden mehr ernsthaft verdross. So viel himmel sieht man hier, sagen besucher, nirgends in der stadt ist der himmel so groß. und so unberechenbar dramatisch, sage ich, wie eine hysterische femme fatale. Feuchte socken gewohnt harrten die musenknutschler der gäste, die - wohl vom wetter in zweifel gestürzt - zaghaft eintröpfelten. "hier kannst du platz nehmen ohne bedenken, und niemand fragt dich, woher du kommst" flüstert es aus einem lautsprecher den platz-flaneuren zu. Orte zum verweilen, bedichtet und beraunt. wer muße mitbringt, hört.

Graffiti (Foto: A. Trieschmann)

Sprühnebel

markante bildchen, etwa monsterchen, pipilangstrumpfs, automobile oder geballte frauenfäuste, mit selbst gefertigten schablonen blitzschnell zu vervielfältigen und in handtaschenadäquatem format mühelos zu transportieren - dafür gab es zum zweiten mal den workshop schablonen-graffiti. Wer ein bisschen sucht, findet alle bislang gefertigten motive am schablonen-graffiti-testwagen wieder.

Lesung Kathrin (Foto: A. Trieschmann)

Wo worte widerhall wirbeln

Definitiver höhepunkt des von klabautanischer seite reichlich erschlafften tages war die mixed-lesung "dem baren schall sein hauch", die neben lachmuskeln auch seltener verwendete hirnwindungen durchpustete. Zahlen geflüstert, hervorgequetscht und ratternd gestottert nehmen klang an, nonsense wird zu lautlicher musik, die erst im absolut mitreißenden rezitativ der beiden lesungsmanagerinnen ihre humoristische färbung entfaltete.

Lesung Menschel (Foto: A. Trieschmann) Pianistin (Foto: A. Trieschmann)

Zwischen ver-laut-barungen bekannter dichter wie gerhard rühm und robert gernhart flochten gastleserinnen eigene leswerke, und um all das gehörte sacken zu lassen, lullten pianoklänge unter spanischen fingern die ins dunkel schwindende nacht in gedankenketten.

.freitag.08-25

musenknutsch.vorletzter_tag

Pfützenspiegelung (Foto: A. Trieschmann)

alles einmal durchweicht

musenknutsch im wolkenbruch heißt matschwege, tröpfelnde dächer und pfützenspiegelungen. Regen kübelte auf die gefährlich gewölbten dachplanen der veranda, bohrte sich löcher, durch die rinnsale rannen, schwappte im überschwang über den rand, ohrenbetäubend das krachen der wassermassen auf plastik, darunter sitzende waren gezwungen zu brüllen, wollten sie sich verständigen. Ist das romantisch, sagte eine besucherin strahläugig, als der guss auf seinem höhepunkt angekommen war. Wie im campingurlaub - nur dass das hier kein urlaub ist.

Eingerahmt (Foto: A. Trieschmann)

Rahmen umrahmen realvorfindliches

mit dem sehen beginnt alle kunst. Mit dem sich anstecken lassen von gesehenem zu eigenen imaginativen ausbrüchen aus dem gewohnten. Was gewöhnlicherweise bestenfalls als alternativ, schlimmstenfalls als asozial von hohem ross aus abgekanzelt wird, gewinnt unter dem künstlerischen blick eine kreative dimension: da wird unordnung zum stilleben, bunt aneinanderstoßende wagenkanten zum minimalistischen gemälde, himmel mit strommasten zum kosmischen ausschnitt.

Bestandsaufnahme (Foto: A. Trieschmann)

Aus dem bestand

wohnen im wagen ist schon an sich ein kreativer akt: phantasie ist gefragt, wenn was kaputt geht und kein geld für neuanschaffungen da ist; gafällt die fassade nicht mehr, erhält sie eben eine andere farbe; hat man es satt, die füße beim kaffeetrinken draußen in pfützen zu hängen, zimmert man sich eine veranda auf stelzen und bleibt trocken. Bunt und den persönlichen eigenheiten angepasst geben sich die wagen der bewohner auf klabauta. Auf porträts wurden sie festgehalten. Die spiegeln eine fülle an erfindungsreichtum und spielwitz wieder, und schiere lust an farbe und individualität.

.samstag.08-26

musenknutsch.abschlusstag

Zuschauende (Foto: A. Trieschmann)

leben mit dem an-sturm

die musenwoche hat sich in die knochen gefressen, das merkt man an der gemächlichkeit, mit der der abschlusstag und die auf ihm herumschlendernden klabautaner & friends in die puschen kommen. Der tägliche musenguss ließ auch nicht auf sich warten, fegte schon mittags den thekenvorplatz, so dass beistehende ihre köpfe wiegten und mäßige prognosen über den anzunehmenderweise ausbleibenden besucherstrom abgaben. Man einigte sich, noch dickäugig von der letzten nacht, dass der bevorstehende varietee-abend zu einem würdigen abschluss des musenknutschs werde, ob nun gäste trotz regens kämen oder nicht. Wir würden uns auf alle fälle zur not auch selber feiern.

Melonenmann (Foto: A. Trieschmann)

Klabauta feierte dann aber nicht allein: Vielmehr wurde es unter den regenabwehrplanen und auf der veranda derart voll, dass staus und platzmangel gern in kauf genommen wurden: um unterhalten zu werden, wie ein gast sagte. Dem wunsch wurde entsprochen: mit einem kunterbunten progamm zwischen clownerie, theater und rezitation, mit inbrunst und feingefühl moderiert und choreografiert vom melonenmann.

Die Helmut (Foto: A. Trieschmann)

Die Helmut mit den großen augen, zuppelt nervös am karopullunder, halsadern wie drahtseile, die anspannung kommt von innen, helmut kämpft mit den eigenen worten, oft verliert sie, stolpert dann ungelenk über ihre tücken, reißt sie an sich, presst sie aus sich heraus, minimalistische mimik und gestik geben dem stammeln die würze. Die Helmut schleicht sich durch die hintertür in die sympathiefrequenzen ihres publikums - gebannt beginnt man unweigerlich mit ihr gemeinsam nach worten und fassung zu ringen.

Clown (Foto: A. Trieschmann)

Das beharrliche getröpfel von oben herab konnte die aufmerksamkeit nicht vom bühnenleuchten weg und auf seine gehässige nässigkeit lenken. Nur der feuerschopf mit der fiedel tat seinen ekel und unverstandenen schmerz kund: dass der sich nicht aufs wetter, sondern auf "transzendente" dinge richtete, nölte er dem publikum in die wenig mitleidigen gesichter. Und überließ den quietschtönen das reden.

Theater (Foto: A. Trieschmann)

Gesang, getanz, gelächter, ein sonatisches rezitativ und eine mime, flutende stimmung und rotes licht aus den blechröhren. Was in leuten steckt.... zum staunen! Was in knochen steckt, die sich extatisch biegen und hin und her wirbeln wie ein rührbesen, auf andere, etwas steifere knochen zu, die sich anstecken lassen von den biegsamen, bis beide knochenbündel aufeinanderzutanzen und voneinander stieben, wilde wirbelwut erbricht sich, ein optisches inferno. Und alles improvisiert. Wie im richtigen leben, nur ästhetischer! Und als alle wunderbaren spektakel rum waren, brach ein herzhaftes dankgewitter seitens des melonenmannes los, ein gejohle und gepatsche als echo, auf die schulter des/r nebenstehenden, weil wir alle zusammen was gestemmt haben - und was! Man kanns nicht sagen, wie oder was der musenknutsch war - man muss es einfach erlebt haben. (Zitat einer vielfach-gästin)